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Reallabor „Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft“

Das Reallabor „Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft“ ist eines der fünf Reallabore, die im Anschluss an eine Ausschreibung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg im Rahmen des Innovations- und Qualitätsfonds eine dreijährige Förderung erhalten und damit eine Pionierfunktion in einem neuen Forschungsdesign innehaben.
Hintergrund der Idee der Reallabore ist „die Stärkung des Beitrags der Hochschulen für eine Entwicklung von Gesellschaft, Wirtschaft und Technik, die im Sinne der Leitidee der Nachhaltigkeit die natürliche Umwelt erhält und die Existenzgrundlage zukünftiger Generationen nicht gefährdet“ – wie es in der Ausschreibung heißt. Reallabore sollen „Orte einer Forschung für Transformation“ sein und „gesellschaftliche Herausforderungen mit inter- und transdisziplinären Forschungs- und Lehrdesigns“ verknüpfen.
Das Reallabor an der Universität Heidelberg umfasst vier Teilprojekte: Transformation von Stadtteilen (Geografie/VHS/Stadtbibliothek), Innovative Partizipationsstrukturen (Diakoniewissenschaft/Gerontologie/Innovatio), Wissen schaffen für die Stadt (Geoinformatik/IFEU), Bedeutung von Netzwerken relevanter Wissensakteure (Soziologie/Stadt Heidelberg/BSG). Darüber hinaus soll ein „Urban Office“ die wissenschaftlichen Akteure verschränken und besonders den Austausch an der Schnittstelle zwischen Universität, Stadt, IBA und Bürgerschaft erhöhen.

In dem Teilprojekt „Innovative Partizipationsstrukturen und nachhaltige Wohnkonzepte angesichts des demografischen Wandels“ möchte das Diakoniewissenschaftliche Institut in Zusammenarbeit mit dem Gerontologischen Institut innovative und zukunftsweisende Wohnformen, die in einem Mehrgenerationenhaus auf der Grundlage des Heidelberger Modells in der Bahnstadt Heidelberg von dem Architekturbüro Frey und der Innovatio Beratungs- und Projektentwicklungsgesellschaft entwickelt werden, wissenschaftlich begleiten.
Hintergrund des Projekts ist diReallabor Zuschnitt Photocasee demografische Entwicklung, die die Zahl der über 80-Jährigen in den nächsten Jahren stark ansteigen lassen wird, während gleichzeitig die familiären Kontakte und Hilfeleistungen aufgrund zurückgehender Kinderzahlen abnehmen werden.

Gerontologische Erkenntnisse, die zeigen, dass es für ältere Menschen besonders wichtig ist, dass sie sich auch um andere, jüngere kümmern können, sollen in dem Wohnkonzept berücksichtigt werden. So geht es um die Untersuchung, wie durch das Zusammenspiel von Bewohnern, institutionellen Anbietern und Dienstleistern und durch den Einsatz von technischen Assistenzsystemen Partizipation und Sorgestruktur so entwickelt werden können, dass förderliche Lebensformen entstehen. Dazu sollen über bauliche Maßnahmen, über Welfare-Mix, über solidarische Nachbarschaft und über einen moderierten Bürgerdialog möglichst viele Menschen aus unterschiedlichen Lebenslagen in die Beteiligungsprozesse integriert werden.

Auf der Basis des Stands der Forschung werden in drei Schritten zunächst die Bedürfnisse aller beteiligter Akteure bezüglich gelingender Partizipation erhoben und diese dann dazu genutzt, Abläufe, Zusammenarbeit, Dienstleistungsangebote und den Einsatz von technischen Assistenzsystemen so zu gestalten, dass Partizipation in optimaler und nachhaltiger Weise erfolgen kann. Zwischenevaluationen werden dazu dienen, Erkenntnisse über die Netzwerkstrukturen zu gewinnen und diese einerseits wieder in das Modell einzuspeisen, um eine Optimierung zu erzeugen, sie andererseits aber auch zur Formulierung von Kriterien zu nutzen, die die Transferierbarkeit des Konzepts auf andere Projekte möglich machen.

Projektpartner: Stadt Heidelberg, IBA Heidelberg, Städtebauinstitut Stuttgart, ifeu Heidelberg, ZAK Karlsruhe, Innovatio Heidelberg.

 

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Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 30.04.2015
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