Abgeschlossene Tagungen (seit 2024)
13.11./14.11.25: (An-)Gefragte Kirchlichkeit von Caritas und Diakonie? Zur Zukunft konfessioneller Wohlfahrtspflege in pluralistischer Gesellschaft. Co-Veranstalter gemeinsam mit Caritaswissenschaft an der Universität Freiburg.
Im 20. Jahrhundert hat sich in Deutschland eine weltweit einzigartige Kooperation des Sozialstaates mit Freier Wohlfahrtspflege etabliert, in der die christlich-religiös begründeten Verbände von Caritas und Diakonie eine tragende Rolle spielen. Diese ist auf vielen Ebenen wertschätzend gefragt und zugleich kritisch angefragt bis hin zu höchstrichterlichen Instanzen. Im Kontext zunehmender Säkularisierung und Pluralisierung der Gesellschaft sowie gravierendem Fachkräftemangel stellt diese Tagung aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Caritaswissenschaft an der Universität Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Diakoniewissenschaftlichen Institut der Universität Heidelberg Fragen nach der Zukunft konfessioneller Wohlfahrtspflege in pluralistischer Gesellschaft und den ekklesiologischen Modellen und Selbstverständnissen von Caritas und Diakonie für die kommenden Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts.
20.2./21.2.25: Kultursensibler Umgang mit Tod und Gedenken in den Religionen nach einem terroristischen oder extremistischen Anschlag. Co-Veranstalter gemeinsam mit dem Käte Hamburger Kolleg für Apokalyptische und Postapokalyptische Studien, Universität Heidelberg.
Der Tod ist immer ein einschneidendes Ereignis, aber insbesondere nach terroristischen oder extremistischen Anschlägen stellt er nicht nur Angehörige, sondern auch das weitere soziale Umfeld sowie betroffene Behörden vor größte Her ausforderungen. In Anbetracht der zunehmenden religiösen Vielfalt der deutschen Gesellschaft wird es schwieriger, einen würdigen und kultursensiblen Umgang mit den Angehörigen von Todesopfern – insbesondere wenn fremde religiöse Traditionen betroffen sind – zu ermöglichen. Daher wird es immer wichtiger, Strategien für solche extremen Situationen zu entwickeln, die die unterschiedlichen kulturellen und religiösen Kontexte in den Blick nehmen und Opferverbänden und Behörden Orientierung im Umgang mit den jeweiligen religiösen Riten ermöglichen. Der geplante Work shop soll dabei als Plattform für den Austausch und die Vertiefung des Verständnisses für den kultursensiblen Umgang mit Tod und Gedenken in Folge von terroristischen oder extremistischen Anschlägen dienen. Er schließt an zwei Workshops an, die in den Jahren 2022 und 2023 vom Bun desjustizministerium abgehalten wurden. In diesen kristallisierte sich der Bedarf für einen Leitfaden heraus, der die Mitarbeitenden von Institutionen der Opfer- und Hinterbliebenenbetreuung, Opfer verbänden und Behörden dabei unterstützt, situationsbedingt angemessen im Umgang mit Angehörigen unterschiedlicher Religionen agieren zu können.
8.7.2024: Sexualisierte Gewalt in den Evangelischen Kirchen und in der Diakonie. Historische, Psychologische und theologische Profilierungen. Co-Veranstalter gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre an der Universität Bochum und der Stiftung Sozialer Protestantismus.
Die Ergebnisse der ForuM-Studie zeigen das hohe Ausmaß an sexualisierter Gewalt auch in den evangelischen Kirchen und in der Diakonie. Doch kann diese Studie, wie die Autor*innen betonen, nur der Auftakt zu weiteren, breiter angelegten Forschungen sein. Die Tagung, organisiert vom Lehrstuhl für christliche Gesellschaftslehre an der Evangelisch-theologischen Fakultät der RUB in Verbindung mit dem Diakoniewissenschaftlichen Institut der Universität Heidelberg, dem Netzwerk zur Erforschung des sozialen Protestantismus und der Stiftung Sozialer Protestantismus Schloss Friedewald, ist ein Versuch, in der Studie eher randständige Themen aufzunehmen und zu vertiefen. Dazu gehören u. a. eine explizite Einbeziehung der Diakonie, eine stärkere Historisierung der Fragestellungen und nicht zuletzt die Aufnahme der in der ForuM-Studie angemahnten theologischen Reflexionen, welche genuin protestantische Problematiken erörtern, die einen angemesseneren Umgang mit der Thematik erschwert oder gar verhindert haben. Die ForuM-Studie hat Kirchen und Theologie herausgefordert, im Dialog mit anderen Wissenschaftler*innen pro-aktiv ihre spezifischen Perspektiven in die weitere Erforschung der Thematik einzubringen. Die Tagung will dazu einen Beitrag leisten, indem sich auch Theolog*innen, die neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit kirchlich engagiert sind, in den wissenschaftlichen Aufarbeitungsprozess einbringen. Die Vorträge der Tagung sollen zeitnah publiziert werden.
27./28.6.24: Inklusion verwirklichen. Perspektiven für einen Sozialraum für alle. Co-Veranstalter gemeinsam mit dem evangelischen Fachverband für Teilhabe (BeB) und der Akademie der Versicherer im Raum der Kirchen (vrk).
Inklusion ist ein zentrales gesellschaftliches Ziel, dessen Umsetzung jedoch nach wie vor vor große Herausforderungen stellt – insbesondere auf kommunaler Ebene und im direkten Lebensumfeld der Menschen. Die Gestaltung eines Sozialraums, der allen Menschen echte Teilhabe ermöglicht, erfordert das Zusammenwirken unterschiedlicher Akteur*innen aus Wissenschaft, Praxis, Politik, Kirche und Zivilgesellschaft sowie die konsequente Einbeziehung der Perspektiven von Betroffenen. Vor dem Hintergrund vielfältiger struktureller, sozialer und kultureller Bedingungen wird es zunehmend wichtiger, gemeinsame Verständnisse von Inklusion zu entwickeln und konkrete Wege für ihre Umsetzung vor Ort zu erarbeiten. Das Symposium „Inklusion verwirklichen. Perspektiven für einen Sozialraum für alle“ bietet hierfür eine Plattform für Austausch, Reflexion und Vernetzung. In Vorträgen, Praxisbeiträgen, Workshops und Diskussionen werden Erfahrungen geteilt, Herausforderungen benannt und Impulse für eine inklusive Gestaltung von Sozialräumen entwickelt, die über die Tagung hinauswirken sollen.